Der Einfluss der Gnade                                              

 

Der Einfluss der Gnade – Predigt vom 15.04.2026 

 

 

 

Guten Tag! Ich wünsche euch Gottes Segen für heute. Heute spreche ich über die Gnade bzw. über den Einfluss der Gnade in unserem Leben. Alles, was wir sind, das sind wir allein aus Gnaden; nicht das sich hier etwa irgendwer rühme. Unser Innenleben und die Gemeinde, die Familie und wo auch immer wir sind, wir leben von der Gnade.

 

 

 

Im Brief an die Epheser Kapitel 2 lesen wir, was nachfolgend geschrieben steht: Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme (Eph 2,8f.). Es geschieht nicht etwa durch harte Arbeit: „Ja, ich strenge mich an. Ich habe einen starken Willen!“ Die Pharisäer waren selbstgerecht. Sie strengten sich an. Äußerlich waren sie perfekt, aber nicht innerlich. Wenn es darauf ankam, mangelte es. Manche beriefen sich auf ihre Abstammung.

 

 

 

Die Gnade ist es! Unsere Gerechtigkeit ist wie ein unreiner Lappen, gleich einem Überhang, den man früher trug. Der Begriff „Lappen“ kommt aus der Bildersprache. Lies, was nachfolgend geschrieben steht: So wurden wir alle wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsre Sünden tragen uns davon wie der Wind (Jes 64,5). Wir wurden alle wie ein unreiner Lappen, wie ein beflecktes Kleid oder wie ein schmutziges Tuch (siehe Röm 3,10-18).

 

 

 

Selbst durch die besten moralischen Taten, um die wir uns selbst noch so sehr bemühen, können wir vor Gott nicht bestehen. Es steht geschrieben: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen (Röm 3,23). Keiner kann über sich selbst prahlen, sich etwas einbilden und sagen: „Ich bin perfekt!“ Nobody is perfect! Wir sind ausnahmslos alle Sünder.

 

 

 

Wir kamen mit nichts auf diese Welt. Wenn wir sterben, nehmen wir nichts aus dieser Welt mit. So steht es einmal im Wort Gottes: „Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren.“ (Siehe Hiob 1,21a) Alles, was wir haben, kommt von Gott. Sogar die Luft, die wir einatmen, ist ein Geschenk – eine Gnade Gottes. Stell dir nur einmal vor, wir hätten schlechte Luft, weil wir in der Nähe einer Fabrik oder nahe Tschernobyl wohnen würden. Auch dass die Luft sauber ist, ist Gnade.

 

 

 

Wir alle brauchen die Gnade bzw. die Amnestie. Die Menschheit fiel durch Adam und Eva in Ungnade. Das ist die Geschichte (s. 1 Mose 3,6). Auch wenn wir noch so stark sind und uns noch so viel einbilden, können wir uns selbst nicht retten. Ich kann mich selbst nicht an meinen eigenen Schnürsenkeln hochziehen. Wir können uns selbst nicht erlösen. Wir sind nicht vollkommen. Wir wurden erlöst durch die Gnade des Herrn Jesus Christus (s. Kol 1,13f.). Er bezahlte den Preis für unsere Schuld (s. Joh 1,29). Gnade ist alles, was wir brauchen!

 

 

 

Wir alle machen Fehler (s. Ps 14,3; Röm 3,4b). Wir brauchen Vergebung, Gottes Liebe und Gottes Erbarmen. Dadurch wird auch das schwerste Leben erträglich. Dadurch wird die Krankheit erträglich. Dadurch werden die bösen Menschen erträglich, die die Gnade haben. Nur durch die Gnade meistern wir unser Leben. „Der Einfluss der Gnade“ – das ist mein heutiges Thema.

 

 

 

Die großen Taten des Herrn waren Gnadentaten. Gnade ist das Fundament, aus dem die Welt besteht. Gnade – „gratia“ – ist das, wonach der gläubige Mensch Ausschau hält. Es bedeutet unverdiente Gunst, die Liebe Gottes und Sein Erbarmen. Gnade ist ein Teil der Kraft Gottes – die Kraft für den Alltag, die Kraft für die jeweilige Situation. Durch die Gnade können wir alles bewältigen. Ohne Gnade könnten wir das nicht.

 

 

 

Die Gnade versetzt uns in eine andere Welt bzw. in einen anderen Einflussbereich. Die Gnade ist es und nicht das Gesetz! So viele Menschen bauen auf das Gesetz, auf die zehn Gebote Gottes (s. 2 Mose 20,1-17) oder auf welches Gesetz auch immer (s. Gal 5,14, 6,2). Das kann uns nicht retten! Uns errettet nur die Gnade Gottes (s. Röm 6,14). Gnade ist der Grundstein der Errettung. Sie ist die Zuneigung Gottes zu uns (s. Joh 3,16; Röm 8,3b).

 

 

 

Unsere tägliche Kraft kommt, weil Gott zu uns gnädig und barmherzig ist. Mit Seiner Kraft überwinden wir alle Schwächen. Wir werden gerettet und bestehen alle Prüfungen. Wir erreichen das Zeil, und das nicht durch unsere Leistungen. Paulus war ein Pharisäer. Dieses Pharisäertum steckte in ihm: „Ich kämpfe!“ „Ich ringe!“ usw. Bis Gott die Worte zu ihm sprach: „Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (Siehe 2 Kor 12,9a LUT 1912)

 

 

 

Da sich der Mensch nicht selbst erlösen kann, muss er erlöst werden. Wir können die Forderungen des Gesetzes nicht erfüllen (s. Röm 3,20a, 8,3a). Bevor das Gesetz überhaupt nur die Erde erreichte, wurde es zertrümmert (s. 2 Mose 32,19). Moses warf die Gesetzestafeln zu Boden und musste aus seiner Erinnerung heraus alles mit eigener Hand schreiben (s. 2 Mose 34,1). Die Menschen konnten das Ideal Gottes nicht verwirklichen.

 

 

 

Das Gesetz ist das Ideal. Es wurde von Engeln gegeben. Nur die Engel können u. U. das Gesetz erfüllen, aber nicht die Menschen. Unsere Erlösung ist Gottes Gnade und Erbarmen. Ich wiederhole, was im Epheserbrief Kapitel 2 geschrieben steht: Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme (Eph 2,8f.). Meine Erlösung findet nicht aus mir selbst heraus statt. Es ist Gnade, dass ich kapiere, begreife und verstehe (s. 1 Tim 2,4-6).

 

 

 

Und weiter steht geschrieben: Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen (Eph 2,10). Ich kann mich anstrengen – doch dann bin ich bestenfalls ein Pharisäer. Ich könnte niemals mit meinen guten Werken vor Gott bestehen (s. Röm 7,23). Deshalb brauche ich Gottes Gnade und Erbarmen.

 

 

 

Er war uns gnädig. Er liebte uns. Er neigte sich zu uns hinab und begleitete uns. Er suchte uns in Gnade, Liebe und Erbarmen. Er begnadigte uns einfach. Am Kreuz betete Er für die Juden, für die Römer, für die Germanen und für dich und mich: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Siehe Lk 23,34a) Wir sind der Strafe entgangen durch dieses Gebet! Keiner von uns würde gerettet werden, wenn wir nicht Jesus gehabt hätten, der dieses Gebet sprach.

 

 

 

Mit meinen Kindern ging ich öfter zu einem Gnadenhof, in dem sich Tiere aus dem Zoo aufhielten, die nun schon alt waren und nicht mehr arbeiten konnten. Dort bekamen sie ihr Gnadenbrot. Wir sind auf dem Gnadenhof Gottes. Wir müssen nichts mehr leisten: keine Milch mehr geben, keine Kutsche mehr ziehen o. a. Auf dem Gnadenhof Gottes kannst du dein altes Leben genießen. Hier kannst du getrost deinen Lebensabend zubringen.

 

 

 

Ich bin auf dem Gnadenhof Gottes. Preis Gott! Das ist die Gemeinde Christi! Ich muss nichts mehr leisten oder tun. Er tat alles für mich (s. Joh 19,30). Ich bin in keiner Leistungsgesellschaft mehr. In einer Leistungsgesellschaft muss ich funktionieren. Da muss ich schön und fit sein und alles im Griff haben. Ich muss gut verkaufen können. Ich muss immer gut gelaunt sein und „keep smiling“ die Zähne zeigen. Aber nun erfahre und erlebe ich die Gnade Gottes (s. Ps 32,1f.; Röm 4,7f.).

 

 

 

Auf dem Gnadenhof Gottes bin ich nicht mehr unter Druck. Jesus sagt: „Ich will meine Gemeinde bauen“, wie nachfolgend geschrieben steht: Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen (Mt 16,18). Und diese Gemeinde ist die Gnadengemeinde. Wir sind Gnadenkinder alle miteinander, auch wenn wir noch ganz jung sind. Du musst keine Angst haben, wenn du einmal hinfällst, wenn du einmal Fehler machst, stolperst oder gar versagst. Du musst nicht immer funktionieren, immer perfekt sein, immer ein guter Ehemann oder eine gute Ehefrau sein. Seit Jesus hast du einen gnädigen Gott (s. 2 Mose 34,6; 2 Chr 30,9; Lk 18,13-14a).

 

 

 

Die Gnade Gottes sagt: „Bei mir kannst du so sein, wie du bist. Du musst mir nichts beweisen, etwas leisten oder irgendjemand sein. Du darfst schwach sein. Du darfst dich auch einmal gehenlassen und deine Seele baumeln lassen. Du darfst auch einmal weinen. Ja, in meiner Gegenwart darfst du auch einmal traurig sein, weinen und alles vergessen!“ Und du musst auch nicht dem Schönheitsideal entsprechen. Heilig sind die Engel. Sie sind perfekt und vollkommen. Sie singen immer dreimal: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott Zebaoth.“ (Siehe Jes 6,3a; Offb 4,8b)

 

 

 

Du suchtest dir dein Leben nicht selbst aus, sondern du wurdest in diese Welt und in deine Familie hineingeworfen. Und jetzt musst du dein Leben leben und fristen. „Wir werden geboren, um zu sterben“, sagte mir einmal irgendwer. Du musst jetzt Mensch sein. Du gehst über diese Erde. Du bist ein Pilger hier. Aber das ist nicht deine Wahl! Gott traf diese Wahl. Er wollte, dass du hier auf dieser Erde bist. Er wollte dich genau so haben, wie du bist. Und Er lässt dich auch genau so sein.

 

 

 

Gott sprach zu Seinen Kumpanen – zu dem Vater, zu dem Sohn oder zu dem Heiligen Geist – was nachfolgend geschrieben steht: Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht (1 Mose 1,26).

 

 

 

Gott ist dabei, Menschen zu machen, und Er ist den Menschen gnädig. Die Gnade sagt mir: „Du musst nicht immer funktionieren. Du musst nicht immer perfekt sein. Du musst nur mein Kind sein, auch wenn du manchmal frech bist, wenn du manchmal in den Dreck gefallen und schmutzig bist. Du bist mein geliebtes Kind. Ich liebe dich mit Haut und Haaren. Du musst dich nicht anstrengen und unter Druck setzen, um vollkommen zu sein.“ Ich muss mich nicht anstrengen, um ein guter Jude, ein guter Christ oder ein guter Jünger Jesu zu sein.

 

 

 

Alles Wichtige im Leben, ist die Gnade. Sie wurde uns von Gott geschenkt! Das Leben ist ein Geschenk. Du hast es dir nicht verdient. Deine Mutter trug dich neun Monate aus. Alles Wertvolle in dieser Welt ist ein Geschenk: die Liebe, das Leben, die Erlösung, die Vergebung der Sünden u. v. m. Alles das ist eine unverdiente Gnade. Du musst diese Geschenke nur annehmen und sagen: „Danke, Vater!“

 

 

 

Wie oft habe ich meine Kindern, wenn sie etwas geschenkt bekamen, gefragt, ob sie schon „Danke!“ gesagt hätten. Du musst das sein, was Gott wollte, dass du bist. Du musst Gott dafür danken, dass Er dich erhält und dir die Gnade zuteilwerden lässt Tag für Tag, selbst an deinen schlimmsten Tagen. Fasse und begreife es! Du bist von Gott gewollt und wertvoll in Seinen Augen. Ich bin auf dem Gnadenhof Gottes. Halleluja! Mehr brauche ich nicht.

 

 

 

Gott sagt über Israel, was nachfolgend geschrieben steht: Und sprach: Wirst du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und merken auf seine Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der HERR, dein Arzt (2 Mose 15,26). Er nimmt die Heilung an dir vor. Er sagt: „Ja, ich werde es tun.“ Er trägt uns, und wir leben aus Seiner Gnade und aus Seinem Erbarmen.

 

 

 

Es steht geschrieben: Er führte sie heraus mit Silber und Gold; es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen (Ps 105,37). Sie brauchten kein Silber und Gold zu sammeln, denn Gott trug sie durch. Kein Gebrechlicher war unter Seinem Volk.

 

 

 

 

 

Gott befreite die Kinder Israels nicht nur finanziell, sondern auch an Seele, Geist und Leib. Manche von ihnen waren Sklaven. Es gab alte, gebrechliche Leute, die am Stock gingen. Auch die Lahmen wurden herausgeführt. Es steht geschrieben: Nein, auch unser Vieh zieht mit! Nicht eine Klaue bleibt zurück (2 Mose 10,26a). Es gab verwundete Leute, die sich abmühten, für den Pharao Ziegel zu produzieren. Ihre Kräfte waren aufgebraucht; sie waren schwach und gebrechlich. Sie alle zogen aus. Dass kein Kranker und kein Gebrechlicher unter ihnen weilte – das ist Gnade!

 

 

 

Lass das einmal auf deiner Zunge zergehen. Stell dir das nur einmal vor: Dein Vater im Himmel ist der Einzige, der dich trägt und führt. Kein Einziger war krank, schwach oder zerbrechlich! Das Volk Gottes war gesund. Du bist jetzt im Neuen Bund, Bruder und Schwester. Du stehst unter dem Einfluss der Gnade.

 

 

 

Abermals lese ich, was im 2. Buch Mose Kapitel 15 geschrieben steht: Wirst du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und merken auf seine Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der HERR, dein Arzt (2 Mose 15,26). Es gab damals keine der Zivilisationskrankheiten, die es heute gibt. „Wenn ich also dein Herr und Gott bin, dann heile und trage ich dich.“ Von Gott getragen zu werden, ist Gnade. Wir sind auf dem Gnadenhof Gottes. Preis Gott!

 

 

 

Hier ist dir die alte Gesundheit, die Adam und Eva im Paradies hatten, inne. Du springst wie ein Hirsch (s. Jes 35,6a). Da fährst du auf wie ein Adler (s. Jes 40,31). Da läufst du wie ein Jüngling. Du befindest dich auf dem Gnadenhof Gottes. Du erholst und regenerierst dich. Auf dem Gnadenhof Gottes siegt die Gnade Gottes – das neue Gesetz der Liebe Gottes, die Gott uns gab (s. Röm 13,10). Gott heilte Sein Volk in nur einem einzigen Augenblick. Er zog es heraus. Während es durch das Rote Meer zog, wurde an ihm die Heilung offenbar (s. 2 Mose 14,21.22.29). Plötzlich runkste, knackste und knisterte es nicht mehr, und sie liefen wie die Jungen (s. 2 Mose 14,31b).

 

 

 

Vierzig Jahre lang zogen sie durch die Wüste, nachdem der Auszug aus Ägypten vollzogen war (s. 5 Mose 2,7c). Die Heilung war hier nicht etwa ein Sonderfall, sondern sie betraf eine ganze Nation. Sie galt für das ganze Volk Gottes. Und auch für dich gilt die Gnade Gottes. Erfasse und begreife es.

 

 

 

Der Einfluss der Gnade Gottes gilt für uns alle ausnahmslos. Gott hat keine Stiefkinder. Er liebt dich, ob du würdig bist oder nicht, ob du es verdient hast oder nicht. Ja, Gott liebt dich! Die Gnade muss man sich nicht verdienen. Sie ist ein Geschenk bzw. eine Gabe Gottes. Gott heilte Sein Volk in einem einzigen Augenblick! In dem Moment, da du Christus als deinen Herrn in dein Leben aufnimmst, ist Er für dich verantwortlich. Er ist für deine Gesundheit verantwortlich, für deine Finanzen und für dein ganzes Leben. Du lebst nicht mehr in deiner Kraft und Regie, sondern in der Seinen.

 

 

 

Gott ist dein Heiler, genau so, wie Er es damals für Israel war. Was Gott einmal tun konnte – das ist die Heilige Schrift –, kann Er immer wieder tun. Und wenn du nur eine Geschichte aus der Bibel liest, die dich betrifft, so nimm sie als bare Münze.

 

 

 

Die Gnade ist es, die über den Teufel, die Sünde und den Tod siegt. Ja, es ist die Gnade! Mit meinen Kindern war ich im Streichelzoo Pankow. Da erfährst du Liebe und Barmherzigkeit. Die Leute wollen dich auch streicheln. Du musst nur stille sein und es zulassen.

 

 

 

Uns besuchte einmal eine Schwester aus Neuseeland, die uns mitteilte, das sie den Dienst der Liebe habe. Sie drückte die Leute einfach nur und hielt sie währenddessen in der Liebe. Das ist Gottes Gnade. Erlebe die Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes.

 

 

 

Jesus heilt und rettet uns heute immer noch aus Gnaden. Er macht uns, rein aus Gnaden, vollkommen. Du musst dich nicht anstrengen: „O, das ist so schwer!“ In meinen Gottesdienst kam einmal eine Griechin, die mir mitteilte: „Pastor, deine Religion ist eine schwere!“ Absolut gar nicht! Ich kann mich in Gott fallen - und gehenlassen, ich kann „ich“ sein und Gott versteht mich. Gerade als ein unvollkommener Mensch darf ich mir an Seiner Gnade genügen lassen.

 

 

 

Jesus erweckte Lazarus (s. Joh 11,1-44a). Über ihn wissen wir, dass er zu jenem Zeitpunkt schon stank (s. Joh 11,39b). Er ging schon in die Verwesung über. Er konnte nichts mehr; weder glauben noch dieses und jenes tun. Manche Wohlstands-Evangelisten sagen: „Glaube an den Herrn Jesus Christus, dann wird es dir gut gehen.“ Nein! Lazarus stank schon! Er konnte nichts mehr tun für seine Auferweckung. Jesus sprach: „Lazarus, komm heraus!“ (Siehe Joh 11,43) Jesus erweckte Lazarus durch die Gnade Gottes. Und der Verstorbene kam heraus (s. Joh 11,44a). Und die Gnade ist, dass wir ihn als die Gläubigen der Gemeinde von allen Banden lösen (s. Joh 11,44b). Jesus macht uns gerecht, heilig, freundlich und liebevoll, um die Frucht des Geistes zu tragen (s. Gal 5,22f.).

 

 

 

Es steht geschrieben: Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der für uns zur Weisheit wurde durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, auf dass gilt, wie geschrieben steht: »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!« (1 Kor 1,30f.) Auf dem Gnadenhof Gottes lebe ich Vollpension. Ich lebe auf Seine Kosten und davon, was die Leute spenden. Ich kann nur Gott dienen und predigen, wenn die Leute etwas spenden. Anderenfalls muss ich meines Amtes entbunden werden, denn dann können wir die Miete nicht mehr bezahlen.

 

 

 

Auch ich bin auf dem Gnadenhof Gottes. Die Arbeit, die ich hier tue, ist Gnade und weiter nichts. Gott will an uns Seine Macht demonstrieren und Seine Gnade beweisen. Alles ist unverdient. Und ich möchte hier an dieser Stelle allen meinen Freunden danken, die uns unterstützen, die uns helfen, die für uns beten und die uns weiterempfehlen. Gott möge sie segnen! Gnade ist, dass uns jemand unterstützt und uns dient.

 

 

 

Die ersten Gläubigen in Antiochien wurden Christen genannt (s. Apg 11,26c). Sie lebten und arbeiteten wie Jesus. Die Apostel gingen hin, um die dortigen Gläubigen zu ermutigen und zu stärken (s. Apg 11,22). Doch das war gar nicht nötig, denn sie staunten und sagten: „Diese sind ja wie Jesus.“ Sie sprachen wie Jesus, sie benahmen sich wie Jesus und sie taten das, was Jesus auch tun würde. Sie freuten sich im Herrn (s. Apg 11,23f.). Die Freude am Herrn war ihre Stärke.

 

 

 

Sich im Herrn zu freuen, ja auch das ist Gnade; dass du „Halleluja“ und „Hosianna“ sagen kannst. Ihr Leben stimmte mit den Worten Gottes überein. Sie hatten das, was den Gläubigen in Jerusalem abhanden gekommen war: sie waren voll des Heiligen Geistes. Sie dienten Gott mit Freuden. Sie taten, was sie glaubten, mit Freude und mit Liebe. Die Freude am Herrn ist das Produkt der Gnade Gottes.

 

 

 

Sie freuten sich über die Sündenvergebung und darüber, dass sie stark sein und überwinden konnten. Sie freuten sich und waren stolz darüber, Kinder Gottes zu sein. An der Freude merken wir, dass wir etwas erlebt haben und dass mit uns etwas passiert ist. Wir empfingen etwas. Wir sind voll des Heiligen Geistes. Das spürst und merkst du. Da musst du nicht erst groß in anderen Zungen beten. Manche Leute denken, wenn sie ein bisschen in anderen Zungen reden können, wären sie schon super geistlich. Nein! Geistlich sind wir, wenn wir uns auf Jesus verlassen können. Christus in uns – die Hoffnung auf Herrlichkeit (s. Kol 1,27).

 

 

 

Die Antiochier hatten sich so verändert. Sie waren einfach glückliche Menschen. Sie waren begeistert von Jesus. Sie freuten sich über ihre Geschwister und dankten Gott dafür. Die Geschwister sind sehr wichtig, weißt du das? Stell dir nur einmal vor, wir hätten keine Geschwister mehr und uns würde niemand mehr unterstützen. Wir wären auf uns selbst gestellt. Sie gaben weiter, was sie durch die Gnade Gottes empfingen.

 

 

 

Das Reich Gottes wird durch die Witwen und Waisen gebaut und nicht durch die Millionäre. Manche denken: „Wenn wir nur ein paar Millionäre in der Gemeinde hätten, würde alles ganz fix gehen.“ Nein, durch die armen, schlichten und einfachen Leute wird das Reich Gottes aufrechterhalten (s. Mk 12,42f.).

 

 

 

Die Gnade drückt sich durch die Gaben bzw. durch das Geben aus. Man hat eine offene Hand bzw. ein offenes Herz. „Der Einfluss der Gnade“ – das ist mein Thema. Eine innere Zufriedenheit, das ist Gnade. Ich kann mit dem zufrieden sein, was ich habe. „Ich bin zufrieden mit nur einer Hütte“, singen wir in einem Lied. Sei zufrieden mit nur einer Hütte. Du hast die innere Ruhe, den inneren Frieden und das innere Glück. „Das war der schönste Tag, als Jesus in mein Leben trat“, sang einmal jemand in unserer Gemeinde in Heilbronn. Genieße die Gegenwart Gottes. „Das war der schönste Tag“ – auch das ist Gnade, wenn du das verstehen und begreifen kannst.

 

 

 

Wenn du gesegnete bist, dann wirst du automatisch auch andere segnen und andere teilhaben lassen an der Gnade Gottes: „Ich bin so reich gesegnet und ich gebe die Liebe Gottes, Sein Erbarmen und Seine Güte, weiter!“ Niemand kann jemandem dienen, ohne vorher selbst etwas empfangen zu haben. Deshalb ist es wichtig, dass wir zunächst einmal selbst etwas empfangen. Ich muss zuvor etwas haben. Erst wenn ich etwas habe, kann ich auch anderen etwas geben. Das ist so wichtig! Du musst nicht zur Bank gehen und einen Kredit aufnehmen, um uns zu unterstützen von dem Wenigen, was du hast, oder auch mit deinem Zehnten.

 

 

 

In meiner Gemeinde zu Heilbronn war ein junger Mann, der von seinem Taschengeld den Zehnten gab. Andere geben von ihrem Haushaltsgeld den Zehnten. Gott segnet sie, sodass am Schluss noch etwas übrig bleibt und davon noch Gäste eingeladen werden können.

 

 

 

Niemand kann geben, ohne zuvor etwas zu empfangen. Deshalb ist es so wichtig, liebe Geschwister, dass wir etwas empfangen, gleich der Christen in Antiochien. Sie empfingen etwas von Gott und gaben es weiter. Und plötzlich sprach der Heilige Geist zu ihnen, was nachfolgend geschrieben steht: Als sie aber Gottesdienst hielten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe (Apg 13,2). Plötzlich konnten sie einen senden. Wenn zehn Leute den Zehnten zahlen, kann der Elfte in die Mission gehen. So einfach ist das.

 

 

 

Zuerst muss man selbst bedient werden, bevor man anderen dient. Zuerst muss man selbst gesegnet werden, bevor man andere segnet. Zuerst muss man selbst berufen werden, um anderen die Berufung zu verkündigen. Zuerst muss man selbst innerlich geheilt und wiederhergestellt werden, bevor man anderen helfen kann. Es gibt so viele Kurpfuscher! Sie hören etwas: „Ja, das funktioniert so und so“, so wie es den Söhnen des Skevas erging (s. Apg 19,14). Sie hörten: „Ah, wir können die Dämonen im Namen Jesu austreiben!“ Und dann nahmen sie sich jemanden vor (s. Apg 19,13).

 

 

 

Die sieben Söhne des Skevas waren die Söhne des Hohenpriesters. Sie stellten jemanden in die Mitte und sagten: „Wir treiben den Teufel aus in dem Namen, den Paulus predigt, im Namen Jesus.“ Und weißt du, was dann geschah? Dieser besessene Mann sprang nach oben, riss ihnen die Hosen vom Leib, zerkratzte sie und jagte sie davon (s. Apg 19,16). Also, zuerst musst du selbst gerettet sein, und erst dann kannst du anderen beistehen und helfend zur Seite stehen.

 

 

 

Sonst geht der Schuss nach hinten los. Du kannst nie jemandem den Weg beschreiben, ohne vorher diesen Weg allein gegangen zu sein. Sonst bist du nichts als nur ein frommer Theoretiker. Wir haben hier so viele fromme Theoretiker, die von der Bibelschule kommen, von der Uni oder woher auch immer. Sie erzählen dir wunderbare Dinge, können dir aber nicht sagen, wie es dazu kam.

 

 

 

Deshalb: Ich bin ein Navigator, der schon seit 58 Jahren funktioniert. Ich beschreibe den Weg, den ich selber ging. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Das, was Gott mir im Laufe der Jahre überließ, was Er mir gab und wie Er mich führte, so kann Er auch dich führen. So wie Er in der Bibel die Heiligen führte, so kann Er auch dich führen. Erst, wenn die Gnade an uns wirkt und wir beschenkt wurden, können wir damit beginnen, andere zu beschenken, andere zu befreien und anderen den Segen Gottes weiterzugeben.

 

 

 

Wenn wir angenommen wurden, dann können wir auch andere annehmen. Solange du nicht selbst von Gott angenommen und von Seiner Liebe gedrückt wurdest, solange du das Erbarmen Gottes noch nicht erlebtest, musst du geduldig darauf warten, dass diese Gunst an dir stattfindet. Lieber Heiland, Du möchtest jetzt die Menschen segnen, sodass sie Deine Liebe erleben!

 

 

 

Wir können nur weitergeben, was wir empfingen. Paulus sprach über das Abendmahl: „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe“ usw. (Siehe 1 Kor 11,23a) Selbst die einfachsten Lappalien musst du vom Herrn empfangen. Der Herr muss dir zeigen, dass das der Weg ist, den du gehen sollst.

 

 

 

Nur das, was wir empfingen, können wir auch weitergeben. Nur dann sind wir im Segen. Wir müssen zunächst einmal nehmen; ein einnehmendes Wesen haben. Wir müssen zunächst einmal offen für die Herrlichkeit Gottes und für den Einfluss der Gnade sein. Du hast die großen Taten Gottes erlebt, wie Er dich herausführte aus Ägypten, wie Er dich in der Wüste versorgte und wie Er dir dieses und jenes gab. Gott inspiriert uns automatisch, wenn wir für Ihn offen sind. Wir müssen dann weitergeben. Je mehr du gibst, desto mehr empfängst du. Unser geistliches Leben besteht aus Geben und Nehmen (s. Apg 20,35). Gib weiter! Denn nichts macht einen so glücklich, wie zu helfen, zu geben, zu segnen und zu unterstützen.

 

 

 

Gott hat keine Freude an traurigen Kindern, an frustrierten, enttäuschten Menschen und an niedergeschlagenen Gotteskindern. Nein, Er hat Seine Freude an Christen, die Ihn loben und preisen und die Ihm danken (s. Ps 22,4). Die Gnade will gekostet und erlebt werden. „Mir ist Gnade widerfahren, Gnade und Erbarmen, derer ich nicht wert bin.“ (Siehe 1 Tim 1,13-15)

 

 

 

Wer die Gnade Gottes erlebte, der freut sich in jeder Lebenslage, der hat immer Sonnenschein, der ist immer fröhlich, getrost und gelassen; der hat immer Frieden, auch an Tagen, wo die Sonne nicht scheint, es regnet und dieses und jenes stattfindet. Wer die Gnade Gottes hat, der ist im Gnadenhof. Die Tiere im Streichelzoo lassen sich streicheln. Es ist auch so wichtig, dass du dich streicheln, drücken und lieben lässt und nicht zu eingebildet dafür bist. Du willst vielleicht immer nur geben, aber du solltest auch einmal nehmen können.

 

 

 

Es ist so wichtig, auf dem Gnadenhof Gottes zu sein und von Seiner Gnade zu leben. Das geht aus dem Psalm 23 hervor, wie nachfolgend geschrieben steht: Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar (Ps 23,1-6).

 

 

 

Du kannst sogar von den Spenden leben. Als ich vor 58 Jahren in meinen Dienst trat, dachte ich, dass es möglich wäre, von dem Zehnten zu leben. Denn der Zehnte ist dafür da, dass der Prediger ein gutes Wort hat, damit er sich die Zeit nehmen kann, dieses Wort auch gut vorzubereiten. Und ich predigte gut, sodass die Leute auch gern gaben. Ein Schwabe in meiner Gemeinde zu Stuttgart sagte mir, dass man über Geld nicht sprechen würde. Aber ich spreche über Geld genau so, wie ich über Jesus Christus spreche, über den Heiland und über das Reich Gottes. Wir leben und arbeiten dafür. Wenn du den Lohn für zehn Stunden erhältst, dann hast du dafür zehn Stunden gearbeitet. Ja, du arbeitetest dafür.

 

 

 

Wer die Gnade Gottes hat, der lebt auch unter schwierigen Umständen und in kritischen Lebenslagen, der ist immer siegessicher, gut gelaunt, mutig und kühn. Preis Gott! So jemand handelt aus der Gnade Gottes heraus und lässt sich an Seiner Gnade genügen. Und ich predige das Wort Gottes, ob ich nun etwas verdiene oder nicht. Zu machen Gemeinden sagte ich: „Ich komme zu euch und werde predigen.“ Denn manche Pastoren sagten zu mir: „Na, wir können uns das nicht leisten. Wir können dir nicht einmal die Spesen bezahlen.“ Ich sagte ihnen: „Das will ich gar nicht. Ich werde das Wort Gottes predigen, und alles andere überlassen wir Gott.“ Gott sorgt für die Finanzen. Er sorgte bis jetzt immer für meine Finanzen!

 

 

 

Gottes Gnade ist mir sicher. Gott investiert Seine Gnade in meine Zeit und in meine Kraft. Und  wenn ich diene und mein Bestes gebe, wird Gott das Allerbeste geben. Er weiß, ganz gleich, was da kommt, die Gnade ist es, die mich hält, die mich erhält und die mich führt.

 

 

 

Man sieht es einem Menschen an: die Gnade ist da. Da brauchst du keinen Arzt. Da brauchst du keine Medikamente, und auch die Kleider der alten Israeliten verschlissen nicht (s. 5 Mose 8,4a). Sie hatten nie Mangel (s. 5 Mose 2,7). Das fragte Jesus auch einmal Seine Jünger, wie nachfolgend geschrieben steht: Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nein, keinen (Lk 22,35). Manchmal mussten sie die Ähren zerreiben und Körner essen (s. Lk 6,1). Doch sie hatten keinen Mangel dabei. Sie verhungerten nicht. Gott trug sie durch.

 

 

 

In schwierigen Lebenslagen bist du immer gut gelaunt. Du handelst aus der Gnade Gottes heraus und lässt dir an Seiner Gnade genügen. Preis dem Herrn! Gott trägt, führt und leitet dich. Auf dem Gnadenhof Gottes treffen sich Menschen, die die Gnade Gottes erlebten. Ja, die Gemeinde setzt sich ausschließlich aus Menschen zusammen, die die Gnade Gottes erlebten. Wir leben durch die Gnade Gottes. Die Brüder und Schwestern werden hindurch getragen. Damals nahmen meine Kinder Brot mit, als wir dem Gnadenhof einen Besuch abstatteten. Denn wir wollten nicht mit leeren Händen dorthin gehen. Und der Esel freute sich über unser Kommen!

 

 

 

Am Bodensee gibt es den Affenberg. Dort ist auch die Fütterung zugelassen. Die Affen springen dich gleich vor Freude an und gehen neben dir her. Das ist Gnade. Da du bereits die Gnade Gottes erlebt und erfahren hast, gibst du sie den anderen weiter. Du wurdest begnadigt und du lebst, reagierst und planst ganz anders. Du verhältst dich ganz anders. Du ängstigst dich nicht mehr und lässt dich auch nicht bedrängen. Du lebst nicht mehr von Schuldkomplexen. Der Teufel mag dir einreden, was er will, du weißt: „Ich bekam Gnade! Ich bekam Amnestie! Ich bin frei! Ich bin frei! Ich bin frei! Halleluja! Mich kann nichts mehr erdrücken!“

 

 

 

Du weißt ganz genau, dass dir deine Sünden vergeben sind. Da kann dir der Teufel so viele Märchen erzählen, wie er nur will. Er ist ja sowieso ein Lügner (s. Joh 8,44b+c) von Anfang an: „Denke daran, was du einmal tatest!“ Nein! Gott erlöste mich auch von der Macht der Sünde (s. Röm 6,14). Ich bin frei, ungebunden und erlöst (s. Röm 8,3f.).

 

 

 

Wenn etwas Negatives auf uns zukommt, dann sagen wir, dass es eine Hiobsbotschaft sei. Aber eine der Hiobsbotschaften für den Teufel ist diese, welche nachfolgend geschrieben steht: Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben (Hiob 19,25). Ich habe Frieden mit Gott. Ich fürchte mich nicht. Halleluja!

 

 

 

Ein begnadeter Mensch beschäftigt sich nicht mehr mit seiner Vergangenheit. Der Schuldbrief ist zerrissen. Er freut sich auf seine Zukunft nebst der zukünftigen Herrlichkeit. Ein Beschenkter ist ein Beschenkter. Du ließest dich auf Jesus ein und nun befindest du dich in dem Zustand, in dem du gerettet bist, und das nicht durch eigenes Verdienst. Denn du hast das ewige Leben nicht verdient. Wir haben die ewige Strafe verdient, aber nicht das ewige Leben (s. Röm 6,23a). Doch Jesus Christus sprach die folgenden Worte aus: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Und plötzlich wurde dir deine ganze Schuld erlassen (s. Röm 6,23b).

 

 

 

Als die Apostel nach Antiochien kamen, sahen sie die Gnade, die den Jüngern dort widerfuhr (s. Apg 11,21). Die Heiden- und Judenchristen lebten in Einklang miteinander (s. Apg 11,20). Keiner dachte, dass er etwas Besseres als der andere sei. Sie waren alle gleich. Sie waren alle Gnadenkinder. Sie sahen, was aus ihnen wurde, wie kreativ sie waren und wie sie die Gnade Gottes verändert hatte (s. Apg 11,23). Sie mussten keine Pharisäer sein und sich beschneiden lassen. Sie wussten: die Gnade ist es!

 

 

 

Ausschlaggebend ist nicht das, was äußerlich stattfindet, sondern was an meiner Seele geschieht. Die Apostel waren erstaunt, verblüfft und sprachlos. Sie fanden keine Worte mehr und konnten nichts mehr sagen. Sie kamen eigentlich, um die Antiochier zu ermutigen, doch dann sahen sie, wie mächtig schon die Gnade unter ihnen wirkte. Man kann die Gnade sehen! Sie waren glücklich, fröhlich und unbeschwert. Sie waren überrascht, was aus ihnen geworden war, wie unkompliziert sie waren, wie leichtlebig sie lebten und wie ruhig und gelassen sie waren. Das Wichtigste ist, dass du gelassen bist. Du musst dir keinen Zopf wachsen lassen oder mit dunklem Teint durch die Gegend ziehen.

 

 

 

Du lebst die Gnade aus. Du bist authentisch und natürlich. Du bist so, wie du bist. Du bist kein Dogmatiker: „Es steht geschrieben“ usw. Du musst nicht erst nachlesen, was geschrieben steht, sondern du gibst darauf acht, was das Wort Gottes in deinem Herzen sagt. Es steht geschrieben: Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (Lk 10,27) Kirchenvater Augustinus sagte einmal: „Wenn du das weißt, kannst du tun, was du willst. Dann bist du immer richtig.

 

 

 

Beginne, deinen Gott zu lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst. Und so lebten sie. Sie freuten sich: „Mir sind meine Sünden vergeben, ganz egal, was einmal war!“ „Großer Gott, wir loben Dich. Herr, wir preisen Deine Stärke. Wie Du warst vor aller Zeit, so bleibst Du in Ewigkeit.“ Das war es, was ihr Leben ausmachte! Sie hatten das Leben gefunden und entdeckt!

 

 

 

Die Apostel sahen das Wirken der Gnade Gottes. Sie sahen, wie die Antiochier Gott lobten und priesen. Alle waren begnadigt durch die Liebe Gottes. Ja, sie waren wunderbar angerührt! Man sah es an ihrer Freundlichkeit – an den Früchten des Heiligen Geistes – und an ihrer Herzlichkeit. Sie nahmen sich in den Arm, küssten sich und wünschten einander Gutes. Das ist die Liebe, die wir haben (s. Röm 12,9f.). Gott liebte dich, als du noch ein Sünder und Verbrecher (s. 1 Joh 4,19), fern von der Gnade Gottes, warst (s. Röm 5,8). Jetzt bist du ein begnadigter Sünder! Halleluja! Du bist ein Heiliger!

 

 

 

Gib dein Leben Gott hin (s. Röm 10,9-13, insb. 9). Diese Gemeinde brauchte keine Korrektur. Die Apostel hatten die Bestätigung. Sie fuhren heimwärts und gaben preis, dass die Antiochier gesegnete Menschen seien, bei denen alles in Ordnung wäre. Sie betrachteten es und sagten dann: „Macht genau so weiter.“ Dort wurden die Jünger Jesu Christen genannt (s. Apg 11,26c), weil sie genau so lebten, sich benahmen und reagierten wie Christus. Was sollten die Brüder denn auch sagen? Sie sahen die Gnade Gottes, dankten Ihm, priesen Ihn und freuten sich darüber, was Gott in der Gemeinde, die ein paar 100 Kilometer von Jerusalem entfernt war, alles getan hatte.

 

 

 

In Jerusalem gab es Spannungen (s. Apg 11,2f.). Dort waren die Leute uneins. Wer hat mehr Knödel in der Suppe? Sie stritten darüber. Uneinigkeit u. v. m. herrschten dort vor. Aber in Antiochien war das ganz anders. Die Jerusalemer Gemeinde konnte von den Antiochenern noch etwas lernen! Die Apostel erzählten, was sie in Antiochien alles gesehen und erlebt hatten.

 

 

 

Ich werde nie vergessen, wie wird damals als Jesus-People an einer Versammlung bei den Altpietisten teilnahmen. Sie treten immer in einem Zweireiher mit Fliege und Zylinder auf. Denn das sind sehr strenge und fromme Leute. Dort findet noch eine räumliche Trennung von Brüdern und Schwestern statt. Im Jugendgottesdienst teilte man uns dann das Folgende mit: Sie sahen, dass die jungen Leute schon viel weiter waren und dass sie ganz offenbar schon viel mehr mit Gott erlebt hatten. Und sie sahen auch, dass sie viel mehr geistige Potenz und Dynamik hatten: Drei oder Vier weissagten und gaben ihre Offenbarungen und Visionen preis, sodass sich einer dieser schwarzen Brüder erhob und kundtat: „Bruder Matutis, eigentlich müsste das aus unseren Reihen zu erwarten sein, was die Jesus-People uns hier zeigen.“

 

 

 

Bei den Aposteln in Jerusalem hatte das alles schon längst aufgehört. Die Verfolgung zersprengte die Gläubigen in alle Herren Länder. Aber die Antiochier waren eifrig in der Liebe, fleißig im Missionieren, sodass der Heilige Geist Paulus und Silas sogar als Missionare aussenden konnte (s. Apg 13,2).

 

 

 

Gnade ist ein Teil der Liebe Gottes. Der Einfluss der Gnade Gottes ist etwas Unverdientes. Unverdient – d. h., es stammt vollständig von Gott. Alles, was man hat, wurde einem gegeben. Niemand brachte davon etwas mit. Genau so verhält es sich mit dem Wirken des Geistes (s. Joh 3,8). Es wird euch gegeben werden (s. 1 Kor 12,4-11). Der Heilige Geist gibt das richtige Wort im richtigen Augenblick den richtigen Leuten.

 

 

 

Gnade ist Gottes Kraft, Fähigkeit und Wille. Er gibt alles, was wir benötigen: „Ihr sollt keinen Mangel haben.“ (Siehe Ps 34,10; Joh 10,10b; Phil 4,12f. SLT) Deshalb war es Paulus möglich, später an die Gemeinde in Korinth zu schreiben, was nachfolgend geschrieben steht: Wie ist es nun, Brüder und Schwestern? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung! (1 Kor 14,26) Denn das war die typische Gemeinde, nach der Paulus Ausschau hielt.

 

 

 

Es steht geschrieben: Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen (Tit 2,11). Sie machten keinen Unterschied. Sie fragten weder nach der Herkunft, noch danach, welches Gebetsbuch jemand hat, noch nach der Parteimitgliedschaft. Das spielte für sie gar keine Rolle.

 

 

 

Gnade bringt Erlösung (s. Eph 1,7a). Vergebung bringt Kraft und geistliche Segnungen (s. Mt 6,14; Lk 6,37c; Eph 1,7b). Das kann nicht verdient werden, sondern es muss uns gegeben werden. Heiligkeit ist die Frucht der Erlösung, und Heilung genauso (s. Kol 1,12; Röm 6,22). Das ist die Gnade. Gott heilt uns nicht, weil wir positiv denken oder nicht von der Krankheit reden. Nein, du kannst negativ reden und trotzdem die Gnade empfangen und geheilt werden. Ich kenne so viele Menschen, die geheilt wurden, obwohl sie negativ bezeugten. Wir sind keine Esoteriker, die nur positiv denken. Gottes Gnade heilt uns.

 

 

 

Wir haben durch den Glauben Zugang zu dieser Gnade. Lies, was nachfolgend geschrieben steht: Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird (Röm 5,2). Im Brief an die Galater lesen wir, was geschrieben steht, siehe hier: Denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christus Jesus (Gal 3,26 MENG).

 

 

 

Die Gnade ist es, die an uns arbeitet. Die Gnade ist die Quelle der Stärke, der Kanal, durch den diese Gnade zu uns kommt. Das Geistliche muss sich irgendwie auf uns übertragen. Alle Kräfte müssen, wie auch immer, auf uns übertragen werden. Und die Gnade ist das Instrument, das diese Übertragung gewährleistet.

 

 

 

Der liebe Gott lädt uns ein. Er deckt uns den Tisch im Angesicht unserer Feinde (s. Ps 23,5a). Der Glaube ist, dass du es annimmst, im Bewusstsein, dass dir alles das gegeben und zuteil wird. Ich kann mir alle diese Leckerbissen aussuchen – das ist die Gnade. Lass es dir schmecken! Genieße am Tisch Gottes die Gaben Gottes.

 

 

 

Zu Danken ist unsere Antwort auf die Gnade. Sage Danke! Sage einfach immer noch viel mehr Danke (s. Eph 5,20; 1 Thess 5,18). Die Gnade Gottes ist ein Geschenk. Hast du dich heute schon dafür bedankt? Hast du dich dafür bedankt, dass du aufstehen konntest, dass du laufen und einkaufen gehen konntest, und dafür, dass du noch etwas erhieltest in den Geschäften? Stell dir vor, du wärest dort, wo alle Läden leer und ausverkauft sind. Doch du konntest etwas kaufen. Es wurde dir gegeben.

 

 

 

Gott bietet uns allen Seine Gnade an. Er zwingt sie uns nicht auf: „Du musst die Gnade annehmen!“ Es ist etwas Freiwilliges. Du musst nur Danke sagen: „Habt ihr schon Danke gesagt, Kinder?“ Unsere Kinder mussten immer wieder daran erinnert werden, solange bis sie selbst merkten, dass sie das tun müssen. Gott bietet uns alles an, doch danken müssen wir selbst.

 

 

 

Der Glaube aktiviert die Gnade Gottes. Danken mobilisiert die Gnade Gottes. Beginne, zu danken! Durch Danken mobilisierst du die Heilung, den Glauben und die guten Werke. Durch Danken mobilisierst du die Gaben des Geistes. Je mehr du dankst, desto mehr wird freigesetzt in deinem Leben. Alles das gehört der Gemeinde, nicht dir. Es gehört der Allgemeinheit. Ich glaube an die allgemeine Gemeinde Jesu Christi.

 

 

 

Wir wachsen in der Gnade, wenn wir anfangen, zu danken (s. 1 Sam 2,26; Lk 2,40.52). Die Gnade ist ein Geschenk. Beginne es auszupacken und lass dich streicheln. Du bist im Streichelzoo bzw. im Gnadenhof Gottes. Du bist aus Gnaden hier angekommen.

 

 

 

Gott lehrt uns, zu danken; einfach Danke zu sagen. Durch Danken erlebst du den Durchbruch der Gnade Gottes mehr und mehr. Du bekommst immer mehr Gründe zum Danken und stellst fest: die Gnade ist bleibend (s. Ps 118,1 SLT; Ps 136,3 SLT; Ps 103,17; Ps 23,6 SLT).

 

 

 

Ich denke hier gerade zufällig an die zehn Aussätzigen (s. Lk 17,11-19). Diese zehn Aussätzigen wurden geheilt (s. Lk 17,14b.17a), doch nur einer kam zurück, um sich zu bedanken (s. Lk 17,15-16a). Dieser blieb dauerhaft geheilt, weil er ein Dank auf dem Herzen hatte (s. Lk 17,19). Deshalb ist es so wichtig, Bruder und Schwester, dass du dankst. Beginne damit, Gott dafür zu danken, dass Er dich heilte, wenn auch noch nicht hundertprozentig, sondern nur ein bisschen. Beginne zu danken.

 

 

 

Im Buch des Propheten Sacharja Kapitel 4 lese ich, was nachfolgend geschrieben steht: Und er antwortete und sprach zu mir: Das ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth (Sach 4,6). Alles, was du tust, ist Gnade! Deine Vollendung, das Ziel, deine Siege – das alles ist Gnade. Es ist Gnade, dass du alle deine Hindernisse unter deine Füße bekommst, sodass du endlich ohne Anstrengung tun kannst, was du tun solltest. Ja, das ist Gnade!

 

 

 

„Lass dir an meiner Gnade genügen“, spricht der Herr. Rechne bei allem, was du tust – bei allen deinen Visionen, die du siehst, und bei allen deinen Projekten, die du erlebst –, mit der Gnade Gottes. Es ist alles Gnade. Ja, Geschwister, es ist alles Gnade! Dass du heute noch lebst, gesund bist und noch atmen kannst, ist Gnade! Denn solange du noch atmen kannst, bist du noch unter der Gnade.

 

 

 

Jesus wartet auf dich. Er steht da und wartet darauf, dass du die Gnade genießt. Preise Gott für die Gnade! „Der Einfluss der Gnade“ – das ist mein heutiges Thema. Es ist der Wille Gottes, dass du überall, wo du bist, die Gnade Gottes preist: „Ich bin beschenkt! Ich bin geliebt! Ich bin angenommen! Alles, was ich habe, ist Gnade und nicht mein Verdienst!“

 

 

 

Lass dir an der Gnade Gottes genügen. Alles Große, was wir haben – das Wasser, die Luft u. a. –, ist Gnade. Es ist ein Geschenk, das du wie selbstverständlich genießt. Nimm nicht alles in deinem Leben für selbstverständlich, denn es ist die Gnade Gottes. Auch wenn du vielleicht arm bist und zum Sozialamt gehen musst; das es überhaupt ein Sozialamt oder ein Jobcenter gibt, ist Gnade. Manche Leute haben das nicht. Sie hatten keinen Otto von Bismarck, der die Sozialversicherung eingeführt hatte. Du empfängst deine Rente noch bevor du ergraut und alt geworden bist. Du musst als 100-jährige Frau nicht mehr arbeiten. Du wirst beschenkt.

 

 

 

Viele Menschen in unserer Gesellschaft haben das römische Denken in sich: „Ich gebe, damit ich empfange!“ In meiner früheren Gemeinde zu Heilbronn gab es einen lieben Bruder, der mich und meine Frau auf einen Kaffee zu sich nach Hause eingeladen hatte. Nach drei bis vier Wochen fragte er mich dann, wann wir denn nun eigentlich einmal ihn einladen würden. Für viele ist es wie selbstverständlich: „Ich gebe etwas und empfange wieder.“ Nein! Die Liebe schenkt freiwillig (s. Joh 10,17-18a, 18,8; 1 Kor 13,5b).

 

 

 

Liebe und Leistung: Gemäß dem römischen Denken erfolgt eine Gegenleistung bei jedem Geschenk: „Von wem erhieltest du dieses Geschenk?“ Nein! Du kannst das, was du aus Gnaden geschenkt bekamst, Gott nicht zurückgeben. Jede Tat und jede Vergütung ist Gottes Geschenk. Das kannst du dir nicht verdienen. Aus Gnaden wurden wir selig. Du kannst Gott die Gnade nicht zurückgeben.

 

 

 

Das römische Denken ist im religiösen Bereich sehr weit verbreitet: „Ich gebe etwas, und wer gibt mir etwas?“ Du bist kein Automat, in den oben etwas hineingeworfen und unten etwas empfangen wird. Wir glauben, dass jeder Segen eine Ursache hat. Aber so ist es nicht! Selbst wenn ich nichts gebe, segnet mich Gott.

 

 

 

Die Pharisäer verzehnteten alles. Sie sagten, dass sie dieses und jenes seien. Aber der Zöllner im Tempel sprach: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“, wie nachfolgend geschrieben steht: Er sagte aber zu einigen, die überzeugt waren, fromm und gerecht zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden (Lk 18,9-14).

 

 

 

Und nun lies, was nachfolgend geschrieben steht: Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm (Joh 9,1-3).

 

 

 

Die Pharisäer und Esoteriker glauben, dass sie sich bei Gott anstrengen müssen oder dass sie schlechte Energie haben würden. Gott ist Energie in Arbeit. Die Gnade ist, Gott in Arbeit an dir, an mir und an uns allen. Ich danke Gott. Er arbeitet an mir, manchmal mehr und manchmal weniger. Er heilt und rettet uns. Das ist Sein Konzept mit uns. Du kannst einfach in deinem Bett liegen und in Gott ruhen. Du musst nicht umfallen. Er gibt uns Seine Gnade, auch wenn wir willensschwach sind oder Fehler machen, weil wir unter Umständen verkehrt oder negativ denken.

 

 

 

Jesus streicht das verkehrte Denken radikal durch. Sein Denken und Seine Einstellung zählt: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Wir erwähnen so vieles, was wir meinen alles tun zu müssen, damit Gott uns segnen kann. Vergiss es! Du musst nur stille sitzen, auf den Herrn warten und Ihm vertrauen. Deine Anstrengung beleidigt Gott, sodass du das nächste Mal unter Umständen nichts empfängst, denn es entehrt und verunglimpft Ihn.

 

 

 

Gott gibt umsonst – umsonst wurdest du geschaffen. Danke Gott! Er ist nicht armselig, hilflos, schwach und unselbstständig. Preise Gott für das, was Er dir gab! Das ist der Einfluss der Gnade. Du musst nur Jesus akzeptieren und Ihm danken von ganzem Herzen und mit allem, was in dir ist, und deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

 

 

 

Liebe Gott von ganzem Herzen und du wirst sehen, wie du gesegnet wirst. Beginne, Gott zu dienen; weder den Menschen noch der Gemeinde noch dem Pastor. Diene Gott. Denn wenn du unter der Gnade bist, kann dich niemand mehr verfluchen. Martin Luther hatte damit große Probleme. Seine Mutter erzählte, dass sein jüngster Bruder durch eine Hexe gestorben sei. Das war der Grund, warum er die Leute  anwies, die Hexen zu verfolgen und zu verbrennen. Das ist das Negative.

 

 

 

Du bist befreit von der Macht der Sünde. Du wusstest es nicht besser. Damals glaubtest du vielleicht diesen Unfug, dass du verflucht seist. Nein! Sobald du Jesus annimmst, kann dich niemand mehr verfluchen. Vergiss das nicht! Gott straft nicht, sondern Er belohnt. Er nimmt dich so an wie du bist. Du musst dich nicht fürchten vor Menschen, Hexen oder irgendwelchen negativen Leuten. Die Hexen wurden gerade durch Martin Luther hier in Deutschland verfolgt. Gerade er trug viel dazu bei.

 

 

 

Judas sah Hexen als reelle Bedrohung. Sie waren vom Teufel und mussten bekämpft werden. Nein! Du musst niemanden bekämpfen in dieser Welt. Du bist begnadigt, und der andere ist auch begnadigt. Denn die heilsame Gnade ist erschienen allen Menschen. Es ist allgemein bekannt, dass alle Menschen zur Gnade berufen sind. Kommt alle her und schmecket, wie gnädig der Herr ist. Er ist freundlich und barmherzig (s. Ps 34,9).

 

 

 

Gott bestraft nicht die Sünde, sondern den Sünder. Manche Leute fürchten sich vor der Sünde. Wir waren Sünder und uns ist die Gnade zuteilgeworden. Wir sind jetzt keine Sünder mehr, sondern Menschen, die ohne jegliche Vorleistungen etwas vom Herrn empfangen. Wir sind die Gesegneten Gottes. „Kommt her, ihr Gesegneten … “ (Siehe Mt 25,34)

 

 

 

Die Apostel leiteten das Apostelkonzil ein (s. Apg 15,2b), auf dem sie beschlossen, was sie den Heiden für Lasten auferlegen sollten. Die gesetzestreuen Juden sagten: „Wir müssen das Gesetz halten! Wir müssen uns beschneiden lassen! Wir müssen die Tradition wahren!“ (Siehe Apg 15,1.2a.24) Nachdem dieses Apostelkonzil stattgefunden hatte, waren sie zunächst einmal in Antiochien. Dort predigten sie, was nachfolgend geschrieben steht: Denn es gefällt dem Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: dass ihr euch enthaltet vom Götzenopferfleisch und vom Blut und vom Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl! (Apg 15,28f.) Also, wenn sie das tun, dann leben sie wohl. Ade! Nun lebt auch ihr wohl!

 

 

 

Viele verhalten sich noch vorchristlich. Sie denken: „Dieses und jenes muss ich tun, um ein Christ zu sein.“ Sie fallen in alle möglichen alten Lehren. Wir sind Kinder Gottes aus Gnaden, und das ohne Verdienst. Es steht geschrieben: Das Gesetz aber ist hinzugekommen, auf dass die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat durch den Tod, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn (Röm 5,20f.).

 

 

 

Die Gnade ist mächtig und unverdient. Je größer die Sünde war, desto mehr liebt der Mensch im Nachhinein den Herrn Jesus Christus. Denke an Maria Magdalena, die Jesu Füße salbte (s. Lk 7,37f.). Du hast ein erfülltes Leben, denn die Gnade wirkt, gerade in deiner Schwachheit, in deiner Armut und in deiner Leere.

 

 

 

Die Gnade ist größer als die Sünde. Die Sünde ist Rebellion gegen Gott. Ich muss nicht mehr streiten und kämpfen oder dieses und jenes tun. Durch die Gnade wurde bei mir alles anders. Ich kann vor Gott treten, als ob ich noch nie gesündigt hätte (s. Jes 1,18b; Röm 6,11). Gott weiß, was mir fehlt und was ich brauche.

 

 

 

„Der Einfluss der Gnade“ – das war mein heutiges Thema. Ich weiß nicht, ob du die russische Puppe Matrjoschka kennst. Du kannst sie umwerfen, sooft du willst, sie steht immer wieder auf. Durch Blei wurde sie ein Stehaufmännchen. Genau das ist es, was Gott uns gab! Ich kann und darf immer wieder aufstehen.

 

 

 

Jemand verfasste ein Sprichwort: „Ich bat um Kraft, und Gott sandte mir Schwierigkeiten, innerhalb derer Er mich stärkte.“ Und ich meditiere weiter: „Ich bat Gott darum, meine Probleme zu lösen, und Er gab mir Weisheit, richtig mit meinem Leben umzugehen. Ich bat Gott um Mut, und Er sandte mir Gefahren, damit ich sie bewältige. Ich bat Gott um Liebe, und Er gab mir die Gelegenheit, anderen zu helfen. Ich bat Gott um Erfolg, und Er gab mir Hindernisse, anderen zu helfen. Ich bat Gott um dieses und jenes, damit sich meine Wünsche erfüllen. Und ich erkannte: die Gnade ist das Mittel, wie Gott mir hilft, meine Möglichkeiten auszuschöpfen.“

 

 

 

Ich habe hier fünfmal den Buchstaben „L“: Beginne zu laufen! Liebe! Lache und lasse los! Lass die ganze Gesetzlichkeit los und beginne, aus der Gnade heraus zu leben. Der Einfluss der Gnade, Seine Gnade, reicht auch für dich, Bruder und Schwester, aus! Das gibt dir Hoffnung und Kraft in deinem Leben. Die Gnade ist es, die dich trägt.

 

 

 

Gebet: Lieber Heiland, ich segne jetzt meine Lieben hier und wo auch immer sie sind. Hilf ihnen, dass sie die Gnade verstehen und begreifen, wie wichtig es ist, begnadigt zu sein. Mit der Gnade gehen wir durch dick und dünn. Unser Leben verläuft anders, wenn wir begnadigt sind. Halleluja! Du gibst uns Kraft, damit wir unsere Probleme bewältigen! „Jesus, wartend stehst Du hier“ – Ja, Du stehst hier und wartest auf mich, und du wirst mir Deine Gnade schenken. Amen